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Galileo-Testsatellit GIOVE-B

April 23rd, 2008

Der Satellit GIOVE-B ist ein europäisches Gemeinschaftswerk: Er wurde von deutschen und britischen Spezialisten der EADS-Tochter Astrium gemeinsam mit Alcatel Space Industries aus Frankreich, Alenia Spazio aus Italien und Galileo Sistemas y Servicios aus Spanien entwickelt. An GIOVE-B sollen einige Basisfunktionen des geplanten Satelliten-Navigationssystems Galileo getestet werden.
Ursprünglich sollte der Satellit schon im Frühjahr 2006 ins All starten, der Zeitplan verzögerte sich aber wegen eines Defekts im Bordcomputer.

leistungsfähiger als sein Vorgänger GIOVE-A, der schon seit dem 28. Dezember 2005 im All kreist und von dem britischen Unternehmen Surrey Satellite Technology Ltd (SSTL) gebaut wurde. Unter anderem hat GIOVE-B die präziseste Atomuhr an Bord, die je im Weltall getestet wurde. Die sogenannnte Wasserstoff-Maser-Technologie ist auf die Nanosekunde genau.
Eine genaue Uhr ist für die Satelliten-Navigation unabdingbar. Denn zur Positionsbestimmung berechnet das Empfangsgerät, das sich etwa in einem Auto befindet, wie lange die Signale, die es von den Satelliten erhält, unterwegs waren.
Die Abkürzung GIOVE steht für «Galileo in Orbit Validation Element», zu deutsch: «Element zur Erprobung von Galileo in der Umlaufbahn». Giove ist zugleich der italienische Name des Planeten Jupiter und damit eine Referenz an den Wissenschaftler Galileo Galilei, nach dem das geplante Satelliten-Navigationssystem benannt ist: Galilei entdeckte im Jahr 1610 die ersten vier Jupiter-Monde. Er stellte damals schon fest, dass sich anhand dieser vier natürlichen Satelliten bestimmen ließ, auf welchem Längengrad der Erde sich der Beobachter befand.
Mit GIOVE-B allein wird das noch nicht funktionieren. Der Testsatellit ist vornehmlich dazu da, die Atomuhr und die Signaltechnik im All zu erproben. Der quaderförmige Satellit ist ohne Flügel rund 2,4 Kubikmeter groß und wiegt 523 Kilogramm. Zwei Solarflügel mit einer Länge von jeweils 4,34 Metern sollen den Himmelskörper mit Strom versorgen, ihre Leistung beträgt rund 1.000 Watt. Der satellit hat 80 Millionen Euro gekostet.

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Galileo geht 2013 in Betrieb

April 23rd, 2008

Mit großer Mehrheit stimmte das EU-Parlament am Mittwoch dem Aufbau des 3,4 Milliarden Euro teuren europäische Satellitennavigationssystem Galileo zu. Die neue Verordnung legt Sicherheitsanforderungen und Ausschreibungsregeln fest. Bis 2013 soll Galileo damit betriebsbereit sein. Galileo werde sehr viel effizienter sein als das US-System GPS, betonte Verkehrskommissar Jacques Barrot.

Kommenden Sonntag knapp nach Mitternacht werde der Galileo-Satellit GIOVE-B (”Galileo in Orbit Validation Element”) von einer Sojus-Rakete von Baikonur in Kasachstan abgeschossen. Nach sieben Stunden werde der Satellit in der Umlaufbahn sein und von Italien aus gesteuert werden, sagte Barrot. GIOVE-B soll leistungsfähiger als sein Vorgänger GIOVE-A, der schon seit 28. Dezember 2005 im All kreist, sein.

Eine neue Verordnung legt Regeln für die Auftragsvergabe fest. Die Infrastruktur für Galileo soll in sechs Hauptarbeitspaketen aufgeteilt werden. Diese sind systemtechnische Unterstützung, Fertigstellung der Missionsinfrastruktur am Boden, Fertigstellung der Infrastruktur für Bodenkontrolle, Satelliten, Starteinrichtungen und Betrieb. Alle Pakete werden innerhalb eines einzigen Verfahrens ausgeschrieben. Mindestens 40 Prozent des Gesamtwertes der Tätigkeiten soll an Zulieferbetriebe vergeben werden, die nicht zu den Auftragnehmern der Hauptarbeitspakete gehören. Dadurch erhofft sich auch Österreich Aufträge. Insgesamt soll Galileo zur Schaffung von 140.000 Arbeitsplätzen beitragen.

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Galileo Finanzierung von EU abgesegnet

April 8th, 2008

ie EU-Verkehrsminister haben endgültig grünes Licht für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo gegeben. Insgesamt werden bis zum Jahr 2013, in dem das Projekt abgeschlossen sein soll, 3,4 Mrd. Euro aus der Kasse der Union zur Verfügung gestellt. Nach der noch ausstehenden Billigung durch das Europäische Parlament könne die Galileo-Durchführungsverordnung in den nächsten Wochen in Kraft treten. “Mit der Einigung des Rates haben die Mitgliedstaaten heute die letzte Hürde zur Realisierung von Galileo genommen. Jetzt ist die deutsche Raumfahrtindustrie am Zug”, so Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee nach dem Beschluss des EU-Verkehrsrats.

Damit sind nun die nötigen politischen Vorraussetzungen für Galileo festgelegt. Die ESA wird im Juli mit den Ausschreibungen beginnen und versuchen, diese bis Ende des Jahres so gut wie abzuschließen”, erklärt Ingo Baumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), gegenüber pressetext. Hält dieser enge Zeitplan, so könnten noch 2008 die ersten Aufträge vergeben werden. Tiefensee sieht darin eine große Chance für deutsche Unternehmen. “Insbesondere beim Satellitensegment und beim Betrieb der Kontrollzentren steht die deutsche Raumfahrtindustrie bereit. Damit hat die Politik die Voraussetzung dafür geschaffen, dass in Deutschland viele Investitionen und Arbeitsplätze im Hochtechnologiebereich realisiert werden, und zwar sowohl beim eigentlichen Galileo-System als auch bei den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Dies ist ein entscheidender Impuls für die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie”, so der Minister.

“Giove B”

Ende des Monats werde zudem der zweite Experimental-Satellit “Giove B” ins All gebracht, erläutert Baumann. Dieser wird erstmals die Technologie an Board haben, über die auch die künftigen Galileo-Satelliten verfügen. Giove B wird am 27. April mit einer Trägerrakete vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur starten. Ursprünglich hätte der Satellit bereits im Frühjahr 2006 abheben sollen, der erste Testsatellit “Giove A” ist seit 2005 im All. Wiederholt wurde der Start hinausgeschoben. Zuletzt verzögerte sich dieser aufgrund von Problemen mit der russischen Trägerrakete Sojus.

Jahre hinter dem Zeitplan

Der aktuelle Fahrplan für Galileo sieht vor, dass der Aufbau bis 2013 abgeschlossen sein soll. Galileo wird insgesamt aus 30 Satelliten bestehen und um einiges genauer sein als das US-Navigationssystem GPS. Das europäische Projekt liegt mittlerweile schon einige Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Anfänglich sollte die Finanzierung über ein Industrie-Konsortium erfolgen. Jahrelang dauernde Verhandlungen über Details blieben am Ende jedoch ohne Erfolg, wodurch die Politik einspringen musste. Im November 2007 einigten sich schließlich die EU-Verkehrs- und Finanzminister über die Rahmenbedingungen, die nun per EU-Verordnung Rechtsgültigkeit erlangen werden

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