Galileo-Testsatellit GIOVE-B

Der Satellit GIOVE-B ist ein europäisches Gemeinschaftswerk: Er wurde von deutschen und britischen Spezialisten der EADS-Tochter Astrium gemeinsam mit Alcatel Space Industries aus Frankreich, Alenia Spazio aus Italien und Galileo Sistemas y Servicios aus Spanien entwickelt. An GIOVE-B sollen einige Basisfunktionen des geplanten Satelliten-Navigationssystems Galileo getestet werden.
Ursprünglich sollte der Satellit schon im Frühjahr 2006 ins All starten, der Zeitplan verzögerte sich aber wegen eines Defekts im Bordcomputer.

leistungsfähiger als sein Vorgänger GIOVE-A, der schon seit dem 28. Dezember 2005 im All kreist und von dem britischen Unternehmen Surrey Satellite Technology Ltd (SSTL) gebaut wurde. Unter anderem hat GIOVE-B die präziseste Atomuhr an Bord, die je im Weltall getestet wurde. Die sogenannnte Wasserstoff-Maser-Technologie ist auf die Nanosekunde genau.
Eine genaue Uhr ist für die Satelliten-Navigation unabdingbar. Denn zur Positionsbestimmung berechnet das Empfangsgerät, das sich etwa in einem Auto befindet, wie lange die Signale, die es von den Satelliten erhält, unterwegs waren.
Die Abkürzung GIOVE steht für «Galileo in Orbit Validation Element», zu deutsch: «Element zur Erprobung von Galileo in der Umlaufbahn». Giove ist zugleich der italienische Name des Planeten Jupiter und damit eine Referenz an den Wissenschaftler Galileo Galilei, nach dem das geplante Satelliten-Navigationssystem benannt ist: Galilei entdeckte im Jahr 1610 die ersten vier Jupiter-Monde. Er stellte damals schon fest, dass sich anhand dieser vier natürlichen Satelliten bestimmen ließ, auf welchem Längengrad der Erde sich der Beobachter befand.
Mit GIOVE-B allein wird das noch nicht funktionieren. Der Testsatellit ist vornehmlich dazu da, die Atomuhr und die Signaltechnik im All zu erproben. Der quaderförmige Satellit ist ohne Flügel rund 2,4 Kubikmeter groß und wiegt 523 Kilogramm. Zwei Solarflügel mit einer Länge von jeweils 4,34 Metern sollen den Himmelskörper mit Strom versorgen, ihre Leistung beträgt rund 1.000 Watt. Der satellit hat 80 Millionen Euro gekostet.

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