Galileo droht weitere Verzögerung
Die Fertigstellung des europäischen Satellitennetzes Galileo verzögert sich erneut um mindestens ein weiteres Jahr bis 2012 oder sogar bis 2014. Zudem gibt es zwischen der europäischen Politik und Industrie einen offenen Streit über die künftige Struktur und Finanzierung des Milliardenprojekts.
Dies wurde am Donnerstag auf einer Galileo-Fachkonferenz in München deutlich. Mit dem Galileo-System wollen die Europäer ein eigenes Navigationssatellitensystem aufbauen. Es soll mit dem rege genutzten GPS-Netz der US-Militärs konkurrieren und kooperieren. Ursprünglich sollte das 1999 gestartete Galileo-Projekt bereits 2006 voll funktionsfähig sein. Bisher gibt es aber nur einen Testsatelliten im Weltall. Der Chef der seit Anfang des Jahres verantwortlichen europäischen Galileo-Aufsichtsbehörde GSA (Galileo Supervisory Authority), Pedro Pedreira, warf dem Bewerberkonsortium um die Betriebslizenz am Donnerstag vor allem Uneinigkeit vor. Deshalb seien die Verhandlungen derzeit blockiert. Wie Pedreira in München sagte, “gefährden individuelle Interessen von einigen Anteilseignern” das Gesamtprojekt. Galileo-Manager sprachen von noch großen Herausforderungen bei der Technik, dem Zeitplan und der Finanzierung. “Wir könnten die Fertigstellung bis 2012 noch schaffen, wenn alles glatt laufen würde”, sagte Günter Hein, Direktor des Instituts für Erdmessung und Navigation in München.[ganzer artikel]






