DLR erhält Auftrag für Galileo-Validierungsphase
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am Donnerstag in Paris den Auftrag über die sogenannten
Betriebsaufgaben für die In-Orbit-Validierungsphase (IOV) des europäischen Satellitennavigationssystems «Galileo» erhalten.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am Donnerstag in Paris den Auftrag über die sogenannten Betriebsaufgaben für die In-Orbit-Validierungsphase (IOV) des europäischen Satellitennavigationssystems «Galileo» erhalten. Der Vertrag wurde vom DLR-Vorstandsvorsitzenden Johann-Dietrich Wörner und den Geschäftsführern des «Galileo»-Generalunternehmers European Satellite Navigation Industries (ESNIS), Jürgen Ackermann und Cosimo La Rocca, unterzeichnet. Der Zeremonie wohnte der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, Jean-Jacques Dordain, bei.
Nach der Entwicklungs- und Testphase mit den beiden «Giove»-Satelliten wird in der IOV-Phase der Aufbau eines Systems mit zunächst vier «Galileo»-Satelliten in Angriff genommen. Diese werden bei zwei Doppelstarts mit russischen «Sojus»-Raketen vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guyana) in eine Umlaufbahn von etwa 23 000 Kilometern Höhe gebracht.
Der Vertrag zwischen dem DLR und ESNIS umfasst die Vorbereitung und Durchführung aller Betriebsaufgaben in der IOV-Phase. In der Startphase (LEOP) werden die Satelliten kurz nach der Trennung von der Startrakete in Betrieb genommen und auf ihre endgültige Position manövriert.
Die daran anschließende Testphase (IOT) dient der Überprüfung aller Systeme sowie dem Nachweis der spezifizierten technischen Parameter. Dazu wird eine IOT-Bodenstation in Redu (Belgien) errichtet.
Im anschließenden Routinebetrieb (OPS) der IOV-Phase werden die vier IOV-Satelliten sowie die weltweite Bodeninfrastruktur von zwei Kontrollzentren im bayerischen Oberpfaffenhofen und in Fucino (Italien) aus überwacht und gesteuert.
«Die Vertragsunterzeichnung verdeutlicht das große Engagement und den klaren politischen Willen Deutschlands zur Schaffung eines unabhängigen globalen Satellitennavigationssystems Europas», sagte Wörner. Der Vertrag sei insofern ein «wichtiger Schritt» hin zur Realisierung von «Galileo». Das DLR bringe die Kompetenz des Deutschen Raumfahrtkontrollzentrums in Oberpfaffenhofen und seine jahrzehntelange Erfahrung in der Satellitenkontrolle ein, um die komplexe Aufgabenstellung des «Galileo»-Betriebs zu realisieren«.
»Galileo« ist ein gemeinsames Vorhaben der EU und der ESA. Die IOV-Phase dauert bis 2010, bis 2012 soll die »Galileo”-Konstellation mit insgesamt 30 Satelliten fertig sein.
Das DLR ist federführend im Netzwerk der Zentren für den Betrieb des Satellitennavigationssystems. Das geschieht in Kooperation mit Telespazio S.p.A. aus Italien, Inmarsat Ltd. aus Großbritannien, Hispasat aus Spanien, dem Centre National d´Etudes Spatiales (CNES) aus Frankreich sowie dem europäischen Raumfahrtkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt.






