Archive for April, 2008

Giove B erfolgreich gestartet

Sonntag, April 27th, 2008

Eine russische Trägerrakete hat am Sonntag in der Früh “Giove B”, den zweiten Testsatelliten für das europäische Navigationssystem Galileo, erfolgreich in eine Erdumlaufbahn gebracht.  
  Der 530 Kilogramm schwere Testsatellit sei in 23.000 Kilometer Höhe erfolgreich in die vorgesehene Umlaufbahn ausgesetzt worden, meldete die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS.

“Giove A” war bereits am 28. Mai 2005 von einer russischen “Sojus”-Trägerrakete in eine Umlaufbahn gebracht worden.

 

Galileo-Testsatellit GIOVE-B

Mittwoch, April 23rd, 2008

Der Satellit GIOVE-B ist ein europäisches Gemeinschaftswerk: Er wurde von deutschen und britischen Spezialisten der EADS-Tochter Astrium gemeinsam mit Alcatel Space Industries aus Frankreich, Alenia Spazio aus Italien und Galileo Sistemas y Servicios aus Spanien entwickelt. An GIOVE-B sollen einige Basisfunktionen des geplanten Satelliten-Navigationssystems Galileo getestet werden.
Ursprünglich sollte der Satellit schon im Frühjahr 2006 ins All starten, der Zeitplan verzögerte sich aber wegen eines Defekts im Bordcomputer.

leistungsfähiger als sein Vorgänger GIOVE-A, der schon seit dem 28. Dezember 2005 im All kreist und von dem britischen Unternehmen Surrey Satellite Technology Ltd (SSTL) gebaut wurde. Unter anderem hat GIOVE-B die präziseste Atomuhr an Bord, die je im Weltall getestet wurde. Die sogenannnte Wasserstoff-Maser-Technologie ist auf die Nanosekunde genau.
Eine genaue Uhr ist für die Satelliten-Navigation unabdingbar. Denn zur Positionsbestimmung berechnet das Empfangsgerät, das sich etwa in einem Auto befindet, wie lange die Signale, die es von den Satelliten erhält, unterwegs waren.
Die Abkürzung GIOVE steht für «Galileo in Orbit Validation Element», zu deutsch: «Element zur Erprobung von Galileo in der Umlaufbahn». Giove ist zugleich der italienische Name des Planeten Jupiter und damit eine Referenz an den Wissenschaftler Galileo Galilei, nach dem das geplante Satelliten-Navigationssystem benannt ist: Galilei entdeckte im Jahr 1610 die ersten vier Jupiter-Monde. Er stellte damals schon fest, dass sich anhand dieser vier natürlichen Satelliten bestimmen ließ, auf welchem Längengrad der Erde sich der Beobachter befand.
Mit GIOVE-B allein wird das noch nicht funktionieren. Der Testsatellit ist vornehmlich dazu da, die Atomuhr und die Signaltechnik im All zu erproben. Der quaderförmige Satellit ist ohne Flügel rund 2,4 Kubikmeter groß und wiegt 523 Kilogramm. Zwei Solarflügel mit einer Länge von jeweils 4,34 Metern sollen den Himmelskörper mit Strom versorgen, ihre Leistung beträgt rund 1.000 Watt. Der satellit hat 80 Millionen Euro gekostet.

Galileo geht 2013 in Betrieb

Mittwoch, April 23rd, 2008

Mit großer Mehrheit stimmte das EU-Parlament am Mittwoch dem Aufbau des 3,4 Milliarden Euro teuren europäische Satellitennavigationssystem Galileo zu. Die neue Verordnung legt Sicherheitsanforderungen und Ausschreibungsregeln fest. Bis 2013 soll Galileo damit betriebsbereit sein. Galileo werde sehr viel effizienter sein als das US-System GPS, betonte Verkehrskommissar Jacques Barrot.

Kommenden Sonntag knapp nach Mitternacht werde der Galileo-Satellit GIOVE-B (”Galileo in Orbit Validation Element”) von einer Sojus-Rakete von Baikonur in Kasachstan abgeschossen. Nach sieben Stunden werde der Satellit in der Umlaufbahn sein und von Italien aus gesteuert werden, sagte Barrot. GIOVE-B soll leistungsfähiger als sein Vorgänger GIOVE-A, der schon seit 28. Dezember 2005 im All kreist, sein.

Eine neue Verordnung legt Regeln für die Auftragsvergabe fest. Die Infrastruktur für Galileo soll in sechs Hauptarbeitspaketen aufgeteilt werden. Diese sind systemtechnische Unterstützung, Fertigstellung der Missionsinfrastruktur am Boden, Fertigstellung der Infrastruktur für Bodenkontrolle, Satelliten, Starteinrichtungen und Betrieb. Alle Pakete werden innerhalb eines einzigen Verfahrens ausgeschrieben. Mindestens 40 Prozent des Gesamtwertes der Tätigkeiten soll an Zulieferbetriebe vergeben werden, die nicht zu den Auftragnehmern der Hauptarbeitspakete gehören. Dadurch erhofft sich auch Österreich Aufträge. Insgesamt soll Galileo zur Schaffung von 140.000 Arbeitsplätzen beitragen.