Archive for September, 2007

Start des Giove-B Galileo-Testsatelliten verzögert sich

Montag, September 24th, 2007

Europas Navigationssatelliten-Projekt Galileo kämpft mit neuen Verspätungen. Der zweite Galileo-Testsatellit startet anders als geplant doch nicht mehr in diesem Jahr. “Der für Dezember vorgesehene Start soll jetzt voraussichtlich im März 2008 stattfinden”, sagte ein Sprecher des Raketenvermarkters Arianespace der “Financial Times Deutschland” (Montagsausgabe). Grund seien Verzögerungen bei der Fertigstellung der russischen Sojus-Rakete am Weltraumbahnhof Baikonur.Die russische Rakete sollte den Satelliten Giove-B Ende dieses Jahres in den Weltraum transportieren. Giove-B verfügt erstmals über die Technologie der künftigen Galileo-Satelliten und wird vom europäischen Konsortium ESNI gebaut. via heise

Galileo soll aus EU-Budget finanziert werden

Dienstag, September 18th, 2007

Der Aufbau des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo soll nach den Vorstellungen der Europäischen Kommission ausschließlich aus dem EU-Budget finanziert werden. Wie dem Entwurf einer Mitteilung hervorgeht, die an diesem Mittwoch verabschiedet werden soll, ist geplant, die derzeit fehlenden Mittel in Höhe von 2,4 Mrd EUR durch Umschichtungen im Mehrjahreshaushalt der EU freizusetzen. Der Löwenanteil von fast 2 Mrd EUR soll aus dem für den Zeitraum 2007 bis 2013 vorgesehenen Agrarhaushalt kommen, der Rest aus den Posten allgemeine Ausgaben und Verwaltung sowie aus dem Forschungsrahmenprogramm.Den Plänen müssen EU-Ministerrat und Europäisches Parlament (EP) zustimmen. Insgesamt werden für den Aufbau Galileos 3,4 Mrd EUR veranschlagt. Rund 1 Mrd EUR hat die öffentliche Hand bereits in das System investiert.

Der Vorsitzende des EP-Haushaltsausschusses, Reimer Böge, bewertete den Vorschlag als “ausgewogen”. Die Kommission habe die Forderung des Parlaments berücksichtigt, keine Mittel aus den Posten zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Europas abzuziehen und sie habe sich für eine Gemeinschaftslösung entschieden, sagte der CDU-Abgeordnete.

Einige Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, bevorzugen für das Prestigeprojekt Galileo hingegen eine Mischfinanzierung aus nationalen Haushalten und aus dem Budget der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Davon versprechen sie sich entsprechende Vorteile bei der mit Galileo verbundenen Auftragsvergabe.

Dazu enthält der Vorschlag unter der Federführung des französischen Verkehrskommissars Jacques Barrot einigen Zündstoff insbesondere für die deutsche Industrie. Nach dem Entwurf sollen alle weiteren Galileo-Projekte nach den EU-Regeln für das öffentliche Auftragswesen vergeben werden. Ziel sei eine “offene, auf Wettbewerb beruhende Ausschreibung”, heißt es in dem Dokument.

Davon aber ist nach Darstellung des Galileo-Koordinators beim Zentrum für Deutsche Luft- und Raumfahrt nur das in Deutschland angesiedelte Raumfahrtsegment, sprich der Satellitenbau, betroffen. Bei dem in Frankreich stationierten Bodensegment - also den Geräten zur Steuerung und Kontrolle des Satellitensystems - könne man gar nichts ausschreiben, weil diese ausschließlich von dem französischen Thales-Konzern entwickelt würden, der zu 27% in französischem Staatsbesitz sei, sagte Hubert Reile.

Er sieht hier eine klare Konfrontation: “Irgendwie läuft das alles über Frankreich”. Auch der ESA-Präsident sowie der ESA-Projektleiter für Galileo seien Franzosen. Bei den langwierigen Verhandlungen über den Aufbau des Systems hatten sich die Mitgliedstaaten auf eine bestimmte Arbeitsteilung geeinigt.
via boerse-online

DLR erhält Auftrag für Galileo-Validierungsphase

Freitag, September 14th, 2007

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am Donnerstag in Paris den Auftrag über die sogenannten
Betriebsaufgaben für die In-Orbit-Validierungsphase (IOV) des europäischen Satellitennavigationssystems «Galileo» erhalten.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am Donnerstag in Paris den Auftrag über die sogenannten Betriebsaufgaben für die In-Orbit-Validierungsphase (IOV) des europäischen Satellitennavigationssystems «Galileo» erhalten. Der Vertrag wurde vom DLR-Vorstandsvorsitzenden Johann-Dietrich Wörner und den Geschäftsführern des «Galileo»-Generalunternehmers European Satellite Navigation Industries (ESNIS), Jürgen Ackermann und Cosimo La Rocca, unterzeichnet. Der Zeremonie wohnte der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, Jean-Jacques Dordain, bei.
Nach der Entwicklungs- und Testphase mit den beiden «Giove»-Satelliten wird in der IOV-Phase der Aufbau eines Systems mit zunächst vier «Galileo»-Satelliten in Angriff genommen. Diese werden bei zwei Doppelstarts mit russischen «Sojus»-Raketen vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guyana) in eine Umlaufbahn von etwa 23 000 Kilometern Höhe gebracht.
Der Vertrag zwischen dem DLR und ESNIS umfasst die Vorbereitung und Durchführung aller Betriebsaufgaben in der IOV-Phase. In der Startphase (LEOP) werden die Satelliten kurz nach der Trennung von der Startrakete in Betrieb genommen und auf ihre endgültige Position manövriert.
Die daran anschließende Testphase (IOT) dient der Überprüfung aller Systeme sowie dem Nachweis der spezifizierten technischen Parameter. Dazu wird eine IOT-Bodenstation in Redu (Belgien) errichtet.
Im anschließenden Routinebetrieb (OPS) der IOV-Phase werden die vier IOV-Satelliten sowie die weltweite Bodeninfrastruktur von zwei Kontrollzentren im bayerischen Oberpfaffenhofen und in Fucino (Italien) aus überwacht und gesteuert.
«Die Vertragsunterzeichnung verdeutlicht das große Engagement und den klaren politischen Willen Deutschlands zur Schaffung eines unabhängigen globalen Satellitennavigationssystems Europas», sagte Wörner. Der Vertrag sei insofern ein «wichtiger Schritt» hin zur Realisierung von «Galileo». Das DLR bringe die Kompetenz des Deutschen Raumfahrtkontrollzentrums in Oberpfaffenhofen und seine jahrzehntelange Erfahrung in der Satellitenkontrolle ein, um die komplexe Aufgabenstellung des «Galileo»-Betriebs zu realisieren«.
»Galileo« ist ein gemeinsames Vorhaben der EU und der ESA. Die IOV-Phase dauert bis 2010, bis 2012 soll die »Galileo”-Konstellation mit insgesamt 30 Satelliten fertig sein.
Das DLR ist federführend im Netzwerk der Zentren für den Betrieb des Satellitennavigationssystems. Das geschieht in Kooperation mit Telespazio S.p.A. aus Italien, Inmarsat Ltd. aus Großbritannien, Hispasat aus Spanien, dem Centre National d´Etudes Spatiales (CNES) aus Frankreich sowie dem europäischen Raumfahrtkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt.