Archive for August, 2007

Galileo wird bei der weltweiten Rettungssuche helfen

Samstag, August 11th, 2007

Das geplante Satellitennavigationssystem Galileo soll auch für den Empfang von Notfunkbaken und der Weiterleitung der Signale an Such- und Hilfsorganisationen dienen. Das geht aus einer Mitteilung der europäischen Raumfahrtagentur ESA hervor. Die Galileo-Satelliten sollen mit dafür geeigneten Transpondern bestückt werden. Über einen in bisherigen Systemen nicht vorhandenen Rückkanal sollen Menschen in Not benachrichtigt werden, dass ihr Signal angekommen und Hilfe unterwegs ist. Repräsentanten des Galileo-Projekts nehmen am jährlichen Treffen von COSPAS-SARSAT teil, dem internationalen Programm für satellitengestützte Suche und Rettung. COSPAS-SARSAT unterhält geostationäre und Satelliten in erdnahem Orbit. Letztere sind in der Lage, Notrufsignale zu orten, indem sie beim Vorbeiflug den Doppler-Effekt nutzen. Allerdings könne es Verzögerungen dadurch geben, dass diese Satelliten jeweils nur einen Ausschnitt der Erdoberfläche erfassen und die Signale nur weiterleiten können, wenn sie in Reichweite einer Erdfunktstelle kommen, erläutert die ESA.

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Eutelsat drängt in Galileo-Projekt

Montag, August 6th, 2007

Eutelsat bietet sich als Partner für den Aufbau des europäischen Navigationssatellitenprojektes Galileo an. Das Angebot bedeutet den ersten Schritt für einen Wiedereinstieg des Satellitenbetreibers.

“Wir haben der europäischen Weltraumorganisation Esa, der EU-Kommission und den Aufsichtsbehörden vorgeschlagen, dass Eutelsat die Aufgabe der Beschaffung der Satelliten in der geforderten Frist und Qualität übernimmt”, sagte Konzern-Chef Giuliano Berretta in einem FTD-Gespräch. Der weltweit drittgrößte Satellitenbetreiber habe die notwendige Erfahrung, um die Satelliten des Galileo-Netzes in den Weltraum zu bringen, argumentiert Berretta: “Wir denken, wir können die Aufgabe am besten erledigen.” Ohne professionelles Management drohten dem Milliardenprojekt sonst weitere Verzögerungen.
Eutelsat wolle mit dem Auftrag nicht in Konkurrenz zur Weltraumorganisation Esa oder der EU-Kommission treten, betonte der Eutelsat-Chef. Dennoch wäre eine Übertragung des Managements für “das Weltraumsegment” mit den geplanten 30 Galileo-Satelliten sinnvoll. Erforderlich sei jetzt “eine straffe Leitung und strenge Disziplin”. Eutelsat will sich aber nicht selbst als Investor beteiligen.

Wiederholte Verzögerung bei Lizenzvergabe

Der Pariser Konzern hatte sich im Herbst 2004 zurückgezogen. An der Spitze eines Konsortiums war Eutelsat damals einer der Bewerber für eine Betreiberlizenz der Galileo-Satelliten. Die Lizenzvergabe hat sich aber wiederholt verzögert. Der Eutelsat-Chef sagte, dass er die Probleme habe kommen sehen. Im Frühjahr 2007 räumten die Lizenzbewerber aus der Industrie tatsächlich ein, dass ihnen das wirtschaftliche Risiko einer Beteiligung am Aufbau des Galileo-Netzes zu groß ist. Esa und EU-Kommission wollen jetzt bis Jahresende entscheiden, wie Galileo mit staatlichen Mitteln errichtet werden kann.
Der geplante Endausbau von Galileo hat sich bereits von 2008 auf 2012 verschoben. Europa will mit dem Netz zwar ein eigenständiges Navigationssystem aufbauen, kooperiert für die Frequenzen aber seit 2004 mit den USA. Jüngst wurde eine noch engere Nutzung der Signale von Galileo und dem US-System GPS vereinbart. Eutelsat hat auch ein wirtschaftliches Interesse am Gelingen von Galileo. So genehmigte die EU-Kommission jetzt ein Gemeinschaftsunternehmen von Eutelsat und dem Luxemburger Satellitenbetreiber  SES Global. Geplant ist die Übertragung von TV-Angeboten, Video und Datendiensten auf mobile Endgeräte wie Handys sowie in Autos und Züge. Die Geräte sollen über einen Rückkanal auch Signale an den Satelliten schicken können, der 2009 gestartet wird. “Es sind dann völlig neue Anwendungen durch eine Verknüpfung mit künftigen Galileo-Daten möglich”, sagte Berretta.
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