Archive for November, 2006

GLONASS-System tritt am 01. Januar in den Dienst der russischen Wirtschaft

Donnerstag, November 16th, 2006

GLONASS (kurz für Globales Navigations-Satelliten-System)
Der russische Generalstab hebt ab 01. Januar 2007 sämtliche Beschränkungen, die gegenwärtig für die Genauigkeit der Ortung von Objekten im Rahmen des nationalen Navigationssystems GLONASS gelten, auf.
Zuvor betrug die Abweichung bei der Bestimmung der exakten Koordinaten wegen der Einschränkungen bis zu 150 Meter. Jetzt wird die Abweichung um fünf Meter schwanken”, sagte der Stellvertreter der Abteilung für operative Leitung des Zivilschutzministeriums, Andrej Legoschin, in einem Interview gegenüber RIA Novosti.

Er sagte, dass die genaue Bestimmung eines Objektes bei schlechter Witterung oder unter komplizierten geographischen Bedingungen für die Rettung von Menschenleben entscheidend sein kann.

“Wir wollen niemanden bombardieren, doch es ist notwendig, die genaue Unfallstelle oder den Aufenthalt der Opfer zu kennen. Das ist sowohl für die Arbeit der Rettungsgruppen auf der Erde als auch für die Flugzeugleitung nötig”, sagte er.

Legoschin teilte mit, dass der russische Rettungsdienst schon seit einigen Jahren außer GLONASS das ähnliche amerikanische System GPS benutzt, bei dem diese Einschränkungen bereits früher abgeschafft wurden.

Scandlines unterstützt Entwicklung des europäischen Satellitennavigationssystems GALILEO

Dienstag, November 14th, 2006

Am 13. November 2006 informierten die MarineSoft Entwicklungs- und Logistikgesellschaft mbH und die Reederei Scandlines an Bord des Fährschiffes „Mecklenburg-Vorpommern“ über den aktuellen Forschungsstand zu innovativen Anwendungen des künftigen europäischen Satellitennavigationssystems Galileo.
Das neuartige Satellitennavigationssystem soll voraussichtlich ab 2012 in den Betrieb gehen und das herkömmliche GPS an Präzision übertreffen sowie weitere innovative Anwendungen in der See- und Hafenwirtschaft ermöglichen.

Bevor die 30 Galileo-Satelliten in den Orbit gehen, müssen zunächst wichtige Daten erfasst und zukünftige Anwendungen in der Praxis erprobt werden. So wird u.a. im Zuge der umfassenden Forschungs- und Erprobungsarbeiten im Rostocker Hafen ein aus sechs Sendern bestehendes Testbett mit dem Namen „SeaGate“ aufgebaut, um Galileo-Signale zu simulieren. Ziel ist es, den Anwendern hochgenaue Satellitennavigationssignale zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig die Korrektheit, Störanfälligkeit und Nutzbarkeit der übertragenen Signale zu erproben.

Die Reederei Scandlines unterstützt als bisher einzige deutsche Fährreederei die Entwicklung der maritimen Anwendungsmöglichkeiten des Galileo-Systems. In der Versuchsphase stellt Scandlines das FS „Mecklenburg-Vorpommern“ als Forschungsschiff zur Verfügung. Die Scandlines-Fähre soll u.a. mit zwei Empfängern für die Galileo-Signale ausgerüstet werden, um Vergleichsdaten von Galileo und GPS über einen längeren Zeitraum zu sammeln und auszuwerten.

Kontrollzentrum für europäisches Satellitennavigationssystem Galileo entsteht im bayerischen Oberpfaffenhofen

Donnerstag, November 9th, 2006

Im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen wurde am 7. November 2006 der Grundstein für das Kontrollzentrum des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo gelegt. In Anwesenheit des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, des Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern, Dr. Edmund Stoiber, sowie des Vorstandsvorsitzenden des DLR, Prof. Dr. Sigmar Wittig, erfolgte der erste offizielle Schritt zum Bau des Bodensegments für das hochpräzise europäische Navigationssystem.

Nach der Fertigstellung des Kontrollzentrums mit drei Kontrollräumen im Frühjahr 2008 erfolgt die Übergabe an das DLR. Bis zu 100 Ingenieure und Wissenschaftler werden dann in der Lage sein, bis zu 30 Satelliten zu steuern. Der Einbau der Steuer- und Kontrolleinrichtungen soll bereits im September 2007 beginnen.

Die Investitionen für das neue Kontrollzentrum belaufen sich auf insgesamt 16 Millionen Euro. Dabei werden die Baumaßnahmen vom Land Bayern mit zehn Millionen und durch Bundesmittel in Höhe von sechs Millionen Euro unterstützt.