Sonne kann Navigationssytem Empfänger stören
Freitag, September 29th, 2006Sonneneruptionen senden Teilchenschauer zur Erde - und können so die Satelliten-Navigation behindern. Experten finden das für Autofahrer nicht gravierend, für die Flugzeug-Navigation schon eher. Garantiert unbeeinflusst bleiben Empfänger nur nachts.
GPS-Operationen mit Ausfall-Risiko
Die Wissenschaftler sind nun besorgt, ob GPS auch in Gefahrensituationen funktioniert: “Wenn man zum Strand fährt und dabei das Navigationssystem im Auto nutzt, ist das schon okay. Wenn man bei schlechtem Wetter und miserablen Sichtverhältnissen in einem Flugzeug sitzt, vielleicht nicht”, sagte Paul Kitner, für dessen GPS-Laboratorium an der Cornell University Cerruti arbeitet. Sonneneruptionen seien nun einmal unvorhersehbar und GPS-gestützte Operationen, bei denen es um Menschenleben gehe, deshalb mit einem gewissen Risiko behaftet: Flüge beispielsweise, aber auch die Lokalisierung von Notrufen per Telefon.
In solchen Gefahrensituationen hält René Zandbergen, Ingenieur bei der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa, das GPS sowieso für ungeeignet. Weil das System dem US-Militär unterstehe könne es jederzeit zu Ausfällen kommen. Es gebe keine Garantie, dass die Signale nicht plötzlich von den Betreibern ausgesetzt würden.
Das soll mit dem zivilen Satelliten-Navigationssystem “Galileo” der Europäischen Union und der Esa anders werden. Voraussichtlich in vier Jahren wird es betriebsbereit sein. Grundsätzlich könnten Ausbrüche auf der Sonne und der daraus folgende Teilchensturm aber auch hier zu Betriebsproblemen führen, aber das Problem sei bekannt. “Die Entwickler der Galileo-Technik ziehen die Sonnenaktivität mit in Betracht”, sagte Zandbergen zu SPIEGEL ONLINE.
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