Galileo-Navigation ARCHIV

Dezember05-März06


28.Dezember 2005
GIOVE-A Start


Heute Morgen hat eine russische Sojus-Fregat-Rakete in Baikonur (Kasachstan) den ersten Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo erfolgreich in den Orbit gebracht. Nach dem gegenüber der ursprünglichen Planung um zwei Tage verschobenen Start um 6:19:08 MEZ klappte kurz nach 10 Uhr auch die Abtrennung des Satellitens GIOVE A von der Rakete. Die Fregat-Kontrollstation hat damit ihre Aufgabe erledigt, es übernahm dann die Herstellerfirma des mit Bau und Betrieb von GIOVE-A beauftragten Unternehmens Surrey Satellite Technology Ltd. im britischen Guildford. Der Satellit hat seine erste Lebensmeldung ausgesendet und befindet sich derzeit im Testbetrieb im mittleren Orbit. Der nächste Job wird die Entfaltung der Solarflügel sein. Wenn alles nach Plan verläuft, wollen die britischen Ingenieure gegen 13:51 den Satelliten auf seiner mittleren Erdumlaufbahn in 23 222 km Höhe in Betrieb nehmen.

Später wird dann GIOVE A zusammen mit den anderen Galileo-Satelliten vom Kontrollzentrum der (DLR) in Oberpfaffenhofen und vom italienischen Fucino aus betreut werden.


20.Dezember 2005
Erster Galileo-Testsatellit soll am 28. Dezember ins All starten
Die europäische Raumfahrtbehörde ESA hat den Start des ersten Testsatelliten für das europäische Navigationssystem Galileo an Bord einer Sojus-Fregat-Trägerrakete auf den 28. Dezember (6:19 Uhr MEZ) festgesetzt. Ursprünglich sollte der Start bereits am 2. Weihnachtstag vom kasachischen Kosmodrom Baikonur aus erfolgen. Grund für die Verschiebung ist nach ESA-Angaben ein Leck an einem Helium-Ventil, das kurz vor der Montage des Satelliten auf die Trägerrakete entdeckt wurde. Zuvor hatte es geheißen, der Start müsse wegen einer Fehlfunktion im Netzwerk der Bodenstationen um mindestens zwei Tage verschoben werden.

Eine der Hauptaufgaben des auf den Namen Giove-A getauften Satelliten ist die Sicherung der Frequenzbänder für den Galileo-Betrieb: Bis Juni 2006 muss die ESA nachweisen, dass sie die von der International Telecommunications Union (ITU) für Galileo reservierten Funkfrequenzen tatsächlich nutzen kann. Auch sollen im Rahmen des Testprogramms Galileo System Test Bed (GSTB) die genauen Umlaufbahnen der für die Testphase vorgesehenen Satelliten ermittelt sowie die Rubidium-Atomuhren an Bord und die Signalübertragung mittels zweier paralleler Übertragungskanäle unter Weltraumbedingungen getestet werden. Der neue Starttermin sei "recht stabil", war von der ESA zu vernehmen, was allerdings auch bedeuten kann, dass der Liftoff womöglich erst im kommenden Jahr erfolgen wird.

19.Dezember 2005
EGNOS Demonstration in Südafrika


Nahe Johannesburg, Süd Afrika, fand kürzlich eine Demonstration des European Geostationary Navigation Overlay Service (EGNOS) im Bereich Zug- Verkehrsmanagement und Kontrolle statt.


16.Dezember 2005
GIOVE-A start verschoben

Während der Vorbereitungen für den Start wurde eine Unregelmäßigkeit durch das Netzwerk der Bodenstation festgestellt. Die Rekonfiguration und Überprüfung des Fehlers wird vermutlich zwei Tage in Anspruch nehmen, was den ursprünglichen Start am 26.Dezember verschiebt.


13.Dezember 2005
Erster GALILEO Satellit wird am 26.Dezember gestartet - Der Start kann Live beobachtet werden

SA PR 59-2005. Galileo, Europas globales Satellitennavigationssystem, wird am 2.Weihnachtsfeiertag durch den Start des Galileo Testsatelliten GIOVE-A Realität. An Bord einer Soyuz-Fregat Rakete wird der Satellite von Kosmodrom in Baikonour, Kazachstan, starten.

12.Dezember 2005
ESA-Minister lassen Ariane V weiterentwickeln
Die Trägerrakete Ariane V wird weiterentwickelt und soll Europa damit langfristig den Zugang zum Weltraum sichern. Dies geht aus einem Beschluss der zuständigen Minister der 17 ESA-Mitgliedsstaaten und Kanadas hervor. Außerdem sollen europäische Raumfahrtprojekte künftig bei der Nutzung von Trägersystemen der Ariane den Vorrang geben. Bislang griff auch die ESA aus Kostengründen gelegentlich auf Billigangebote vor allem aus Rußland zurück.

Konkrete ESA-Ziele sind außerdem das GMES-Programm (Global Monitoring for Environment and Security), dessen Satelliten den politischen Entscheidungsträgern ab 2008 erste Umwelt- und Sicherheitsinformationen liefern sollen. Das Programm stellt zudem den europäischen Beitrag zum Global Earth Observation System of Systems GEOSS dar. Schon früher, nämlich am 26. Dezember, startet der erste Satellit des ebenso strategisch angelegten Galileo-Navigationsystems. Die ESA wählte das bayrische Oberpfaffenhofen kürzlich zum Standort für eines der zwei Hauptkontrollzentren der europäischen GPS-Alternative.

Das Sonnensystem und Leben außerhalb der Erde (Exobiologie) will die ESA unter anderem mit dem ExoMars-Programm erforschen. Dazu soll 2011 eine Robotersonde zum Mars befördert werden – je nach Finanzlage durch einen einfachen Transporter oder einen marsumkreisenden Orbiter. Letzterer würde zwar als Zwischenstation für die Funkübertragung fungieren können, aber auf Grund der Größe ein teures Startsystem wie die Ariane V benötigen.

Auf ihrer Konferenz in Berlin beschlossen die Minister außerdem, den ESA-Wissenschaftsetat von derzeit 400 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren jeweils um 2,5 Prozent zu erhöhen. Das Gesamtbudget der europäischen Weltraumagentur beträgt momentan etwa 8,4 Milliarden Euro.

05.Dezember 2005
Deutschland erhält eines von zwei Galileo-Hauptkontrollzentren
Die Beharrlichkeit Deutschlands im Streit um Zuständigkeiten beim künftigen europäischen Satellitennavigationssystem Galileo hat sich offenbar ausgezahlt: Seit dem heutigen Montag steht fest, dass eines der beiden Galileo-Hauptkontrollzentren beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im bayerischen Oberpfaffenhofen angesiedelt wird. DLR-Vorstand Prof. Dr. Achim Bachem erklärte gegenüber heise online, die Einigung beinhalte auch die Zusage, dass von Oberpfaffenhofen aus der Galileo-Regelbetrieb in den kommenden 20 Jahren durchgeführt wird. Das zweite Hauptkontrollzentrum soll im italienischen Fucino in der Nähe von Rom angesiedelt werden, das Galileo-Headquarter kommt nach Toulouse.

Deutschland erhält zudem ein Performance-Center für die Qualitätskontrolle und ist über das neue Konsortium TeleOp, dem die Telekom-Tochter T-Systems, der kommerzielle Zweig des DLR, das Raumfahrtunternehmen EADS und mit einem kleineren Anteil die bayerische Förderbank angehören, mit im Rennen um die endgültige Vergabe des Konzessionsvertrags, der im kommenden Jahr unterzeichnet werden soll. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Meetings", sagte Bachem im Gespräch mit heise online. Für Deutschland gebe es jetzt keine Veranlassung mehr, weitere Gelder für das Galileo-Projekt einzufrieren.

Bei dem Treffen unter Leitung des früheren EU-Kommissars Karel Van Miert in Brüssel nahmen die jetzt acht Industriepartner sowie politische Vertreter der fünf größten EU-Mitgliedsländer teil. Als weiteres Ergebnis der Verhandlungen wurde festgelegt, dass Spanien ein Back-Up-Kontrollzentrum erhält und die Verantwortung für das so genannte Safety-of-Life-Signal (SoL) übernimmt. Hauptmerkmal dieses Dienstes ist die Bereitstellung zusätzlicher Integritätsdaten (zum Beispiel in Form einer digitalen Signatur) über separate Frequenzen in den Bändern E5a+E5b und L1.

Der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber nannte die Entscheidung unterdessen einen "Riesenerfolg für Bayern". Das jahrelange Engagement der bayerischen Staatsregierung habe sich gelohnt. Durch die in Bayern angesiedelten wichtigen Bausteine des Satelliten-Navigationssystems würden neue Arbeitsplätze entstehen. "Ich bin überzeugt, dass dies in Zukunft viele weitere Unternehmen anziehen wird", sagte Huber in einer Stellungnahme. Das DLR rechnet damit, dass mit der Standortentscheidung 100 neue Arbeitsplätze im Kontrollzentrum und eine große Zahl zusätzlicher Arbeitsplätze im regionalen Umfeld entstehen.

30 November 2005
Erster GALILEO Satellit auf dem Weg zur Startrampe

GIOVE A, der erste GALILEO Satellit, ist auf dem Weg vom Testzentrum der ESA in den Niederladen zum Kosmodrom in Baikonour, Kasachstan.

18 November 2005
EGNOS Workshop bzgl. Leistungsfähigkeit und mäglicher Anwendungen in Polen

Ein Workshop der sich mit der Leistungsfähigkeit und Anwendungsmöglichekiten von EEGNOS auseinandersetzte fand vor kurzem in Gyndia, Polen statt. Dies war eine internationale Konferenz die sich voll und ganz auf das Satelliten gestützte Erweiterungssystem EGNOS konzentierte.

15.November 2005

EU treibt Pläne für satellitengestütztes Überwachungssystem voran
Die EU-Kommission forciert Pläne für ein satellitengestütztes Überwachungssystem, das Daten über Umweltverschmutzung, Flutkatastrophen, Waldbrände oder Erdbeben sammeln soll. Bis zum Jahr 2008 sollen drei der für GMES (Global Monitoring for Environment and Security) geplanten elf Erdbeobachtungsdienste einsatzfähig gemacht werden, die der Krisenbewältigung, Land- und Meeresbeobachtung dienen sollen, teilt die EU-Kommission mit. Daten über Flutkatastrophen, Waldbrände oder Erdbeben sollen politischen Entscheidungsträgern zur Verfügung stehen.

Neben dem Satellitennavigationssystem Galileo sei GMES das zweite Vorzeigeprojekt der europäischen Weltraumpolitik. Der für Unternehmen und Industrie zuständige EU-Kommissionsvizepräsident Günter Verheugen meint, "dank GMES werden wir besser auf Naturkatastrophen reagieren können. Gleichzeitig wird die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Raumfahrtindustrie gestärkt". 230 Millionen Euro hat die EU-Kommission zusammen mit der Raumfahrtagentur ESA in das Programm gesteckt. Insgesamt wird das Projekt voraussichtlich von 2006 bis 2013 2,3 Milliarden Euro kosten.

Die EU-Kommission hat nun ein Papier als PDF-Datei online gestellt, in dem sie ihre Pläne umreißt. Es gebe angesichts der Natur- und von Menschenhand gemachten Katastrophen einen gestiegenen Bedarf für GMES, heißt es darin. Dazu kämen auch sicherheits- und verteidigungspolitische Interessen. Beispielsweise könnten mit GMES die Bewegungen von Fangschiffen auf den Meeren überwacht oder ein Tsunami-Frühwarnsystem installiert werden. Das System soll zunächst auf bestehende Kapazitäten aufbauen. Außerdem will sich die EU an einem System für Afrika (AMESD) beteiligen und führt unter anderem Gespräche mit den USA, Russland und China.

10.November 2005
Giove soll Frequenzbänder für Galileo sichern

Wenn alles glatt läuft, wird Giove-A Ende Dezember von der Sojus-Trägerrakete getrennt und lässt sich dann über die wiederzündbare Fregat-Stufe steuern. [Klicken für Großansicht]

Kaum hat die Europäische Weltraumagentur (ESA) gemeinsam mit dem französisch-russischen Raketenbauer Starsem die Raumsonde Venus Express erfolgreich auf den Weg zu unserem Schwesterplaneten gebracht, beginnt auch schon die heiße Phase für das nächste Weltraum-Großprojekt: Am 28. Dezember soll ebenfalls vom kasachischen Kosmodrom Baikonur aus ein erster, rund 28 Millionen Euro teurer und 600 Kilogramm schwerer Testsatellit für das europäische Navigationssystem Galileo an Bord einer Sojus-Fregat-Trägerrakete auf eine Umlaufbahn knapp 24.000 Kilometer über der Erde geschossen werden.

Eine der Hauptaufgaben des vom britischen Unternehmen Surrey Satellite Technology Ltd. gebauten Satelliten ist die Sicherung der Frequenzbänder für den Galileo-Betrieb: Bis Juni 2006 muss die ESA nachweisen, dass sie die von der International Telecommunications Union (ITU) für Galileo reservierten Funkfrequenzen tatsächlich nutzen kann. Auch sollen im Rahmen des Testprogramms Galileo System Test Bed (GSTB) die genauen Umlaufbahnen der für die Testphase vorgesehenen Satelliten ermittelt, sowie die Rubidium-Atomuhren an Bord und die Signalübertragung mittels zweier paralleler Übertragungskanäle unter Weltraumbedingungen getestet werden. Die Signale von Giove-A werden auch für die GPS-Erweiterung EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) genutzt.

Die niederländische Verkehrsministerin Carla Peijs taufte den bislang unter der Bezeichnung GSTB-V2/A geführten Experimentalsatelliten am gestrigen Mittwoch im "European Space Research and Technology Centre" (ESTEC) der ESA in Noordwijk auf den einprägsameren Namen Giove-A. Giove (ein Akronym für "Galileo In-Orbit Validation Element" und italienisch für "Jupiter") soll an den Namensgeber des europäischen Navigationssystems, Galileo Galilei, erinnern, der im Jahr 1610 mit seinem Teleskop vier (Io, Europa, Ganymed und Kallisto) der mehr als 60 Monde des Jupiter entdeckt hatte.

Ein zweiter, vom europäischen Gemeinschaftsunternehmen Galileo Industries parallel gebauter Experimentalsatellit (GSTB-V2/B) wird künftig den Namen Giove-B tragen. Giove-B ist zunächst als Ersatz für Giove-A gedacht, sollte beim Launch im Dezember oder beim Betrieb unter Real-Bedingungen im All etwas schief gehen. Verläuft jedoch alles planmäßig, wird Giove-B voraussichtlich im Frühjahr ebenfalls für Testzwecke in den Weltraum geschossen. Giove-B hat zusätzlich eine passive Wasserstoff-Maser-Uhr an Bord, die Positionsmessungen für später kostenpflichtige Dienste mit einer Genauigkeit von wenigen Zentimetern erlaubt. Giove-B wird deshalb auch mit Dreikanal-Simultan-Übertragung arbeiten. Zur orbitalen Validierung werden 2008 dann weitere 4 Satelliten folgen, deren Konstellation die exakte Positions- und Zeitbestimmung in den Teststandorten vervollständigt. Bis Ende 2010 sollen dann alle 30 Galileo-Navigationssatelliten auf ihren Erdumlaufbahnen positioniert sein.

Der Streit um zusätzliche Gelder für Galileo hat sich unterdessen etwas entspannt, nachdem die ESA eine Zwischenfinanzierung für die Startphase des Projekts in Höhe von nahezu einer Milliarde Euro übernommen hatte. Die Zwischenfinanzierung war nötig geworden, weil unter anderem Deutschland die Zahlungen für Galileo Mitte Oktober blockiert hatte. So besteht Deutschland – das sich bislang mit rund einer halben Milliarde Euro an den Anlaufkosten beteiligt hat – unter anderem darauf, dass das Galileo-Hauptkontrollzentrum im bayerischen Oberpfaffenhofen angesiedelt wird. Inzwischen haben jedoch auch Italien, Frankreich und Spanien Ansprüche auf das Filetstück im Galileo-Konzept angemeldet.

Die Befürchtung, deutsche Unternehmen könnten bei Galileo künftig lediglich eine Nebenrolle spielen, kam nach der Entscheidung, dass die Industriekonsortien Eurely – wo spanische, französische und italienische Firmen den Ton angeben – und iNavSat (EADS, Thales, Inmarsat) den Aufbau des Satellitensystems künftig gemeinsam betreiben wollen, statt als Konkurrenten aufzutreten. Der spätere Konzessionär erhält für 20 Jahre die Vermarktungsrechte des Galileo-Systems, muss dafür aber Zweidrittel der Kosten für den Aufbau sowie die Betriebskosten übernehmen. Der endgültige Konzessionsvertrag soll jetzt im zweiten Quartal des kommenden Jahres unterzeichnet werden.

09.November 2005
Erste GALILEO Satelliten werden 'GIOVE' heissen

GIOVE - das für "Galileo In-Orbit Validation Element" steht - ist der Name der für die ersten beiden Satelliten die derzeit für den Start der Testphase im Orbit vorbereitet werden. Die Testphase stellt den Beginn zur vollen Einsatzbereitschaft des europäischen Satellitennavigationssystems GALILEO dar.

27.Oktober 2005
Erster GALILEO Satellit wird vorgestellt

GALILEO, das europäische Satellitennavigationssystem ist für den Start bereit. Es bereitet den Weg für ein neues und besseres globales ziviles Navigationssystem mit enormen Vorteilen für die Bürger der EU und der gesamten Welt.

14.Oktober 2005
Stolpe macht bei Galileo Ernst
Verkehrsminister Manfred Stolpe hat seine Drohung wahr gemacht und die Bewilligung weiterer Finanzmittel für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo blockiert. Nach einem Bericht des Handelsblatts erfolgte die Entscheidung nach einer Ratssitzung der europäischen Raumfahrtorganisation ESA am gestrigen Donnerstag in Paris. Diese sei ohne Ergebnis beendet worden, man sei im Streit auseinander gegangen, berichtet die Wirtschaftszeitung.

Bereits im Frühjahr hatte Stolpe damit gedroht, den deutschen Anteil von rund 20 Prozent an zusätzlichen Anlaufkosten in Höhe von zirka 430 Millionen Euro einzufrieren. Frisches Geld benötigt vor allem die für den Bau der Galileo-Testsatelliten verantwortliche Galileo Industries, in der führende europäische Raumfahrtunternehmen zusammengeschlossen sind. "In spätestens drei Wochen geht uns das Geld aus", zitiert das Handelsblatt unternehmensnahe Kreise von Galileo Industries.

Hintergrund der Zahlungsweigerung Deutschlands sind industriepolitische Machtkämpfe um die Verteilung künftiger Kompetenzen und wichtiger Galileo-Standorte. So besteht Deutschland -- das sich bislang mit rund einer halben Milliarde Euro an den Anlaufkosten beteiligt hat -- unter anderem darauf, dass das Galileo-Hauptkontrollzentrum im bayerischen Oberpfaffenhofen angesiedelt wird. Inzwischen haben jedoch auch Italien, Frankreich und Spanien Ansprüche auf das Filetstück im Galileo-Konzept angemeldet.

"Wir wollen eine faire Lösung für alle Beteiligten. Deutschland wird aber nicht mit seinem Beitrag nur die Luft- und Raumfahrtindustrie in Südeuropa und Frankreich finanzieren", sagte Verkehrsminister Stolpe. Die Befürchtung, deutsche Unternehmen könnten bei Galileo lediglich eine Nebenrolle spielen, kam nach der überraschenden Entscheidung, dass die Industriekonsortien Eurely -- wo spanische, französische und italienische Firmen den Ton angeben -- und iNavSat (EADS, Thales, Inmarsat) den Aufbau des Satellitensystems künftig gemeinsam betreiben wollen, statt als Konkurrenten aufzutreten.

Der spätere Konzessionär erhält für 20 Jahre die Vermarktungsrechte des Galileo-Systems, muss dafür aber Zweidrittel der Kosten für den Aufbau des 30 Satelliten umfassenden Systems sowie die Betriebskosten übernehmen. Das Satellitensystem soll in der Telekommunikation, im Straßen-, Schienen- und Luftverkehr sowie für Energie- und Umweltanwendungen eingesetzt werden.

Ende 2005 soll der erste Galileo-Testsatellit ins All geschossen werden, dem bis 2006 drei weitere folgen. Spätestens im Jahr 2008 sollen jeweils zehn Satelliten auf drei verschiedenen Umlaufbahnen die Erde umkreisen. Insgesamt rechnet man in Industrie- und Politikkreisen damit, dass Galileo mehrere hunderttausend Arbeitsplätze schaffen wird. Die potenziellen Umsätze werden im zweistelligen Milliardenbereich angesiedelt.

02.September 2005
Satellitennavigation verfolgt Rally Autos

EGNOS macht den Unterschied. Beim Deutschlandrennen der "World Rally Championship" zeigte eine Demonstration bei der die Fahrer während des Rennens zum Teil mittels Sattelitennavigation verfolgt wurden, den Unterschied zwischen dem hermkömlichen GPS und der Kombination aus GPS und EGNOS. Das erweiterte GPS System zeigte eine deutlich höhere Genauigkeit.

25.August 2005
Galileo-Experimental-Satelliten durchlaufen Härtetests


In Italien muss der Experimental-Satellit GSTB-V2/B derzeit beweisen, dass er gegenüber Kälte, Vakuum und Vibrationen resistent ist.

Die ESA (European Space Agency) führt derzeit ausgedehnte Tests der beiden Experimental-Satelliten für das kommende zivile Satellitennavigationssystem Galileo durch. Während sich der vom britischen Unternehmen Surrey Satellite Technology Ltd. gebaute Satellit GSTB-V2/A schon seit Anfang August im "European Space Research and Technology Centre" (ESTEC) im niederländischen Noordwijk befindet, wird der zweite, vom europäischen Gemeinschaftsunternehmen Galileo Industries produzierte Satellit GSTB-V2/B derzeit in Italien bei Alenia Spazio, einem Unternehmen der Finmeccanica-Gruppe, auf "Herz und Nieren" getestet.

Im Dezember soll der erste Galileo-Satellit vom kasachischen Baikonur aus mit einer russischen Sojus-Rakete auf seine Umlaufbahn knapp 24.000 Kilometer über der Erde geschossen werden. Ab 2008 sollen dann insgesamt 30 Satelliten (27 werden für den Betrieb benötigt, 3 stehen als Reserve zu Verfügung) auf drei verschiedenen Umlaufbahnen (Medium Earth Orbits, MEOs) die Erde umkreisen. Hauptaufgabe der Experimental-Satelliten ist unter anderem die Sicherung der Frequenzbänder für den Galileo-Betrieb. Auch sollen die genauen Umlaufbahnen der für die Testphase vorgesehenen Satelliten ermittelt und die neuen Atomuhren unter Weltraumbedingungen getestet werden.

Vor dem Start ins All müssen die Experimental-Satelliten im Rahmen des so genannten Galileo System Test Bed (GSTB) auf der Erde jedoch beweisen, dass sie gegenüber Kälte, Vakuum und Vibrationen resistent sind. Auch wird festgestellt, ob ihre Funktionen durch Radiosignale oder elektrische Interferenzen beeinträchtigt werden. Mit speziellen Apparaturen werden dazu Bedingungen simuliert, wie sie bei einem Raketenstart oder im All herrschen.

27.Juni 2005
Galileo-Aufbau wird zur europäischen Gemeinschaftsaufgabe
Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo wird aller Voraussicht nach von den einst konkurrierenden Industriekonsortien iNavSat und Eurely gemeinsam aufgebaut. Wie die für den Konzessionswettbewerb zuständige Galileo Joint Undertaking (GJU) am heutigen Montag in Brüssel mitteilte, sollen auf Grundlage des in der vergangenen Woche von iNavSat (an dem unter anderem der europäische Raumfahrtkonzern EADS, die französische Thales Gruppe sowie Inmarsat Ventures aus England beteiligt sind) und Eurely (Alcatel, Finmeccanica, Hispasat, Aena) abgegebenen Gemeinschaftsgebots jetzt entsprechende Konzessionsverhandlungen aufgenommen werden.
Der Konzessionär erhält für 20 Jahre die Galileo-Vermarktungsrechte, muss dafür aber zwei Drittel der Milliarden-Kosten für den Aufbau des 30 Satelliten umfassenden Systems sowie die Betriebskosten übernehmen. Das Satellitensystem soll in der Telekommunikation, im Straßen-, Schienen und Luftverkehr sowie für Energie- und Umweltanwendungen eingesetzt werden. Spätestens im Jahr 2008 sollen jeweils zehn Satelliten auf drei verschiedenen Umlaufbahnen die Erde umkreisen. Positionsbestimmungen sollen mit Galileo genauer und zuverlässiger sein, als dies heute mit dem US-amerikanischen Pendant GPS (Global Positioning System) möglich ist.

Eigentlich wollte sich die GJU -- ein Gemeinschaftsunternehmen von EU und ESA (European Space Agency) -- schon Anfang März für einen der beiden verbliebenen Bewerber entscheiden. Weil beide Offerten sich nach GJU-Angaben jedoch nur unwesentlich voneinander unterschieden, wurde die Angebotsfrist um weitere drei Monate verlängert. Im Zuge der Nachverhandlungen schmiedeten iNavSat und Eurely dann konkrete Pläne über eine Zusammenarbeit, die schließlich in der Abgabe des gemeinsamen Angebots mündeten. Dieses habe sich in dem Auswahlverfahren als das Beste herausgestellt, teilte die GJU jetzt mit (PDF-Datei).

Die Bundesregierung befürchtet unterdessen, dass Frankreich, Spanien und Italien das Galileo-Projekt bei einer Fusion industriepolitisch dominieren könnten und drohte unlängst sogar mit dem Einfrieren von Anlaufkosten in Höhe von 80 Millionen Euro. "Als größter Beitragszahler des Galileo-Projekts ist Deutschland nicht nur am wirtschaftlichen Systembetrieb, sondern auch an einer angemessenen Beteiligung der deutschen Industrie an Galileo interessiert. Es bleibt deshalb bei unserer unverzichtbaren Forderung nach einem adäquaten industriellen Rückfluss nach Deutschland beim Galileo-Aufbau und -Betrieb", sagte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe nach Bekanntgabe der GJU-Entscheidung.

23.Mai 2005
Deutschland droht mit Finanzierungsstopp des Galileo-Projekts
Deutschland will einer möglichen Fusion der beiden Interessenten für den Betrieb des künftigen europäischen Satellitennavigationssystems Galileo nicht tatenlos zusehen. Nach einem Bericht des Handelsblattes droht Verkehrsminister Manfred Stolpe sogar damit, Anlaufkosten in Höhe von 80 Millionen Euro einzufrieren, sollten die Industriekonsortien Eurely und iNavSat ihre jüngst geäußerten Fusionsabsichten in die Tat umsetzen. Die Bundesregierung befürchte, dass im Fall einer Fusion Frankreich, Spanien und Italien das Galileo-Projekt industriepolitisch dominieren könnten, schreibt das Handelsblatt in seiner Montagsausgabe. "Wir müssen darauf achten, dass wir bei Galileo genügend industriellen Rücklauf nach Deutschland haben", zitiert die Wirtschaftszeitung den Verkehrsminister.

Anfang März hatte die für den Konzessionswettbewerb zuständige Galileo Joint Undertaking (GJU) den Bieterprozess um die Betreiberkonzession um weitere drei Monate verlängert. Die Angebote des iNavSat-Konsortiums (an dem unter anderem der europäische Raumfahrtkonzern EADS, die französische Thales Gruppe sowie Inmarsat Ventures aus England beteiligt sind) und des südeuropäischen Mitbewerbers Eurely (Alcatel, Finmeccanica, Hispasat, Aena) seien zu ähnlich, hieß es damals, weshalb eine Entscheidung für einen der Bewerber zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich sei. Im Zuge der Nachverhandlungen war dann durchgesickert, dass es Pläne über eine Zusammenarbeit beider Konsortien beim Aufbau des Satellitensystems gibt.

Stolpe besteht laut Handelsblatt zudem darauf, dass Deutschland wichtige Galileo-Standorte wie das Hauptkontrollzentrum zugesprochen bekommt. Der spätere Konzessionär erhält für 20 Jahre die Vermarktungsrechte des Galileo-Systems, muss dafür aber Zweidrittel der mit mehr als zwei Milliarden Euro veranschlagten Kosten für den Aufbau des 30 Satelliten umfassenden Systems sowie die Betriebskosten übernehmen. Von öffentlicher Seite wird die Aufbauphase mit 700 Millionen Euro unterstützt. Auch die bisherigen Vorlaufkosten von rund einer Milliarde Euro kamen aus Staatshaushalten. Ende 2005 soll der erste Galileo-Testsatellit ins All geschossen werden, dem bis 2006 drei weitere folgen. Spätestens im Jahr 2008 sollen dann jeweils zehn Satelliten auf drei verschiedenen Umlaufbahnen die Erde umkreisen.

21.März 2005
Workshop für Anwendungen im Satelliten Navigationsbereich:

Am 26. April 2005 findet in Noordwijk ein Workshop für professionelle Anwendungen im Bereich Satelliten Navigationsbereich statt.

01 März 2005

Konfusion um Zuschlag für europäisches Satellitennavigationssystem Galileo

Konfusion um Zuschlag für europäisches Satellitennavigationssystem Galileo
Entgegen ersten Meldungen vom heutigen Dienstag, nach denen das Industriekonsortium "iNavSat", an dem unter anderem der europäische Raumfahrtkonzern EADS, die französische Thales Gruppe sowie Inmarsat Ventures aus England beteiligt sind, den Zuschlag für den Betrieb des künftigen europäischen Satellitennavigationssystems "Galileo" erhalten haben soll, ist der Bieterprozess um die Betreiberkonzession noch nicht beendet.

Die EU-Kommission gab inzwischen bekannt, dass die für den Konzessionswettbewerb zuständige Galileo Joint Undertaking (GJU) die Angebote von iNavSat und dem südeuropäischen Mitbewerber "Eurely" (Alcatel, Finmeccanica, Hispasat, Aena) geprüft und für "qualitativ hochwertig" befunden habe. Da beide Angebote aber nur sehr geringe Unterschiede aufwiesen, sei eine Entscheidung für einen der Bewerber zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Vielmehr werde die GJU in den kommenden drei Monaten parallel mit beiden Konsortien verhandeln und eruieren, "ob im Interesse des Galileo-Projekts Nachbesserungen der Offerten möglich sind". Ein zeitlicher Verzug des Gesamtprojekts entstehe dadurch nicht. iNavSat selbst hatte auf seiner Website heute mitgeteilt, dass man zum "Preferred Bidder" ernannt worden sei, diese Meldung aber kurze Zeit später wieder entfernt.

Der spätere Konzessionär erhält für 20 Jahre die Vermarktungsrechte des Galileo-Systems, muss dafür aber Zweidrittel der mit 2,5 Milliarden Euro veranschlagten Kosten für den Aufbau des 30 Satelliten umfassenden Systems sowie die Betriebskosten übernehmen. Von öffentlicher Seite wird die Aufbauphase mit 700 Millionen Euro unterstützt. Auch die bisherigen Vorlaufkosten von rund einer Milliarde Euro kamen aus Staatshaushalten.

Das Satellitensystem soll in der Telekommunikation, im Straßen-, Schienen und Luftverkehr sowie für Energie- und Umweltanwendungen eingesetzt werden. Ende 2005 soll der erste Galileo-Testsatellit ins All geschossen werden, dem bis 2006 drei weitere folgen. Spätestens im Jahr 2008 sollen jeweils zehn Satelliten auf drei verschiedenen Umlaufbahnen die Erde umkreisen. Positionsbestimmungen sollen mit Galileo genauer und zuverlässiger sein, als dies heute mit dem US-amerikanischen Pendant GPS (Global Positioning System) möglich ist.

Gebaut werden die vier Testsatelliten von der im bayerischen Ottobrunn und in Rom ansässigen Galileo Industries. Das Unternehmen rechnet sich auch gute Chancen aus, vom späteren Konzessionär Anschlussaufträge für den Bau der restlichen Satelliten zu erhalten. Insgesamt rechnet man in Industrie- und Politikkreisen damit, dass Galileo mehrere hunderttausend Arbeitsplätze schaffen wird. Die potenziellen Umsätze werden im zweistelligen Milliardenbereich angesiedelt.


07.Jänner 2005
GALILEO System Test Bed Version 1 (GSTB-V1) erfolgreich beendet

Nach 12 Monaten erfolgreichen Versuchen und Betriebs des GSTB-V1 wurde das Test Bed mit 22. Dezember 2004 planmäßig eingestellt

09.November 2004
Projekte von ESA Navigation online

Eine Übersicht über mögliche Anwendungen und Projekte der ESA im Navigationsbereich kann man nun auf der Homepage der ESA - Navigation finden.
Detaillierte Informationen finden Sie unter: ESA
Die Europäische Kommission schlägt Verhandlungen mit der Ukraine über eine Beteiligung an GALILEO vor.

24.September 2004
Die Europäische Kommission schlägt Verhandlungen mit der Ukraine über eine Beteiligung an GALILEO vor.
USA und EU unterzeichnen Abkommen über GALILEO und GPS
Die USA und die Europäische Union (EU) haben nach jahrelangen harten Verhandlungen alle Differenzen über die Satellitennavigationssysteme GPS und GALILEO beigelegt.

Beide Seiten haben sich auf die technischen Standards für GALILEO geeinigt. Diese Standards tragen durch eine Änderung der Sendefrequenz für das Signal auch der Forderung der USA Rechnung, dass die militärischen Sicherheitserfordernisse gewahrt bleiben.

Das endgültige Abkommen, das in Grundzügen bereits im Februar 2004 erzielt worden war, wurde durch juristische Dokumente ergänzt und am 26. Juni 2004 bei einem Treffen von Vertretern der USA und der EU unterzeichnet. Die Ratifizierung erfolgte durch den Außenminister der USA, Colin Powell, die EU-Kommissarin Loyola de Palacio, sowie den irischen Außenminister Brian Cowen.

Brasilien zeigt Interesse an Galileo
Ein weiterer Drittstaat zeigt Interesse an einer Beteiligung an GALILEO: Anlässlich eines Besuchs von Chris Patten, des Europäischen Kommissars für Außenbeziehungen, in Brasilien könnte es bald eine diesbezügliche offizielle Mitteilung geben, wie aus diplomatischen Kreisen zu erfahren war.

Eine Delegation der Europäischen Kommission plant jedenfalls, Brasilien Ende Februar bzw. Anfang März dieses Jahres zu besuchen, um mit den entsprechenden öffentlichen Stellen sowie der nationalen Industrie über eine mögliche Beteiligung an GALILEO näher zu diskutieren.
Neue Website für EGNOS-Experten:
Wir möchten Sie informieren, dass seitens der ESA seit kurzem eine neue Website mit der Bezeichnung "EGNOS for Professionals" eingerichtet worden ist. Die Website wird von einem internationalen Expertenteam betreut und kontinuierlich auf dem neuesten Stand gehalten.

Das Ziel dieser Website ist die Bereitstellung der neuesten Informationen über die Implementierung des EGNOS-Systems, das Monitoring der EGNOS-Performance, das experimentelle EGNOS-Signal, das Testen von EGNOS-Empfängergeräten, sowie die Entwicklung von EGNOS-gestützten Dienstleistungen und Anwendungen. Die Adresse der EGNOS-Website lautet www.esa.int/navigation/egnos-pro.


Wo der Wörthersee am schönsten ist, schiebt sich eine kleine Halbinsel in den See, zur Linken und zur Rechten gesäumt vom traditionsreichen Badeort Pörtschach. Pension Sonnblick in Poertschach am Woerthersee